Eine Zehe, die sich einrollt, zusammenkrümmt oder am Schuh reibt … Die Krallenzehe und die Hammerzehe gehören zu den häufigsten Fußfehlstellungen.
Lange Zeit schmerzlos, können sie mit der Zeit störend werden: Hühneraugen, Schwielen, Hühnerauge zwischen den Zehen, Schwierigkeiten beim Schuhtragen. Die gute Nachricht: Es gibt in jedem Stadium Lösungen.
Was ist eine Krallenzehe oder Hammerzehe? Woher kommt die Fehlstellung? Welche Behandlungen sind möglich, und wie lindert man die Schmerzen im Alltag? Wir erklären Ihnen alles.
Krallenzehe, Hammerzehe, Malletzehe: Was ist der Unterschied?
Diese drei Begriffe bezeichnen eng verwandte Fehlstellungen, die meist die äußeren Zehen betreffen (insbesondere die 2. Zehe). Sie unterscheiden sich durch das betroffene Gelenk:
- Die Hammerzehe: Die Zehe knickt am mittleren Gelenk (proximales Interphalangealgelenk) ab. Die Oberseite des Gelenks bildet eine Wölbung, die am Schuh reibt,
- Die Krallenzehe: Die Zehe krümmt sich noch stärker. Die Basis hebt sich an, während sich der Rest der Zehe zum Boden hin krümmt und eine regelrechte „Kralle“ bildet. Zehenspitze und Nagel können auf den Boden drücken,
- Die Malletzehe: Nur das letzte Gelenk (an der Zehenspitze) knickt ab – die diskreteste Form.
Gut zu wissen: Diese Unterscheidung ist für die Diagnose nützlich, in der Praxis haben diese Fehlstellungen jedoch sehr ähnliche Ursachen und Behandlungen, weshalb sie oft gemeinsam behandelt werden.
Wie erkennt man eine Krallenzehe oder Hammerzehe?
Neben der gekrümmten Form der Zehe sollten Sie auf mehrere Anzeichen achten:
- Eine anfangs bewegliche Zehe (man kann sie noch von Hand geradebiegen), die mit der Zeit zunehmend steif wird,
- Einfache Rötungen, Hühneraugen oder Schwielen auf der Oberseite des Gelenks oder an der Zehenspitze, überall dort, wo sich die Reibung konzentriert,
- Ein weiches Hühnerauge, das sich zwischen den Zehen als Folge der ursprünglichen Krallenbildung bildet,
- Schmerzen beim Gehen oder in geschlossenen Schuhen sowie Beschwerden beim Anziehen der Schuhe.
Diese Reibungsverletzungen sind häufig und behandelbar. Lesen Sie gerne unsere von unseren Podologen geprüften Artikel, um Hühneraugen und Schwielen besser zu verstehen.
Was sind die Ursachen einer Krallenzehe oder Hammerzehe?
Die Fehlstellung entsteht meist durch ein Ungleichgewicht zwischen den Muskeln und Sehnen, die die Zehe steuern.
Mehrere Faktoren können ihr Auftreten begünstigen:
- Ungeeignete Schuhe: zu eng, zu spitz oder mit hohen Absätzen, die die Zehen zusammendrücken und einrollen,
- Ein begleitender Hallux valgus: Der „Ballen“ der großen Zehe wächst und verdrängt die benachbarten Zehen,
- Die Fußform: Hohlfuß, Plattfuß oder eine 2. Zehe, die länger ist als die große Zehe,
- Bestimmte Erkrankungen: entzündliche Arthritis (rheumatoide Arthritis), Diabetes oder neurologische Störungen, die die Nerven des Fußes betreffen,
- Alter und Vererbung: Die Fehlstellung tritt mit der Zeit häufiger auf und kann familiär gehäuft vorkommen.
Betrifft Sie auch ein Hallux valgus? Wir begleiten Sie dabei!
Welche Behandlungen gibt es für eine Krallenzehe oder Hammerzehe?
Die Behandlung hängt vor allem vom Stadium ab: Solange die Zehe beweglich bleibt, reichen oft nicht-chirurgische Lösungen aus, um die Beschwerden zu lindern und das Fortschreiten zu bremsen.
Lösungen im beweglichen Stadium:
- Schuhwerk anpassen: weite, flexible Schuhe mit rundem Zehenbereich und niedrigem Absatz, um den Zehen Platz zu lassen,
- Zehenorthesen (Orthoplastien): kleine Silikonhilfen, die von einem Fußpfleger/Podologen angefertigt oder empfohlen werden, um die Zehe neu zu positionieren und zu schützen,
- Orthopädische Einlagen: Sie korrigieren eine unausgeglichene Belastung (Hohlfuß oder Plattfuß), die der Fehlstellung zugrunde liegt,
- Übungen und Rehabilitation: Dehnen und Mobilisieren der Zehe hilft, ihre Beweglichkeit zu erhalten,
- Pflege von Hühneraugen und Schwielen: Ihre Behandlung und der Schutz der Reibungszonen lindern die Schmerzen im Alltag.
Operation bei versteifter Zehe
Wenn die Zehe trotz konservativer Maßnahmen steif und schmerzhaft geworden ist, kann ein operativer Eingriff zur Neuausrichtung der Zehe vorgeschlagen werden (Eingriff an Sehnen, Gelenken oder Knochen). Diese Entscheidung trifft ein Fußchirurg nach einer Untersuchung.
Wen und wann sollte man aufsuchen?
Holen Sie sich den Rat eines Spezialisten ein, wenn die Zehe schmerzhaft wird, wenn Hühneraugen immer wieder auftreten oder wenn das Anziehen von Schuhen schwierig wird.
