Ernährung, körperliche Aktivität, Sonneneinstrahlung … Die Liste der Vorsichtsmaßnahmen während der Schwangerschaft ist lang – und auch Kosmetik bildet dabei keine Ausnahme. Da eine Schwangerschaft die Beschaffenheit der Nägel beeinflussen kann, ist es verständlich, sie mit Nagellack stärken zu wollen. Doch ist es sicher, während der Schwangerschaft Nagellack zu tragen? Und wenn ja, welcher eignet sich am besten? Hier erfahren Sie, was die Wissenschaft dazu sagt.
Dürfen Schwangere Nagellack tragen?
Die Wissenschaft ist eindeutig: Schwangere können während der gesamten Schwangerschaft grundsätzlich Nagellack verwenden, sofern sie einige Vorsichtsmaßnahmen beachten.
Das gelegentliche Auftragen eines Nagellacks, selbst wenn dieser nicht speziell für die Schwangerschaft entwickelt wurde, stellt in der Regel kein relevantes Risiko dar, vorausgesetzt, er wird nur gelegentlich und in einem gut belüfteten Raum verwendet.
Problematisch könnte allenfalls eine langfristige und wiederholte Exposition gegenüber den Inhaltsstoffen von Nagellacken werden, da diese möglicherweise Auswirkungen auf die Schwangere und/oder das ungeborene Kind haben könnte.
Deshalb wird schwangeren Frauen, die in Nagelstudios oder Kosmetiksalons arbeiten, empfohlen, beim Auftragen von Nagellack Handschuhe und eine Maske zu tragen, regelmäßige Pausen einzulegen und den Raum so gut wie möglich zu lüften, insbesondere dann, wenn acetonhaltiger Nagellackentferner verwendet wird.
Im Alltag lässt sich Nagellack während der Schwangerschaft am sichersten verwenden, wenn Sie:
- eine Produktreihe mit schwangerschaftsgeeigneter Zusammensetzung wählen,
- das Lackieren möglichst während der ersten drei Schwangerschaftsmonate vermeiden, da der Embryo in dieser Phase besonders empfindlich ist,
- den Nagellack möglichst im Freien oder in der Nähe eines geöffneten Fensters auftragen.
Diese Empfehlungen gelten übrigens auch während der Stillzeit.
Wichtig ist jedoch, dass es hier um klassischen Nagellack geht und nicht um Gel- oder semipermanenten Nagellack.
Gel kann den Naturnagel zusätzlich schwächen und setzt die Haut beim Aushärten UV-Strahlung aus. Zudem enthält es Harze und starke Lösungsmittel, die für die lange Haltbarkeit sorgen und potenziell gesundheitsschädlich sein können. Semipermanenter Nagellack muss wiederum mit acetonhaltigem Nagellackentferner entfernt werden, einer leicht flüchtigen Substanz, die die Atemwege reizen kann.
Außerdem sollte nicht vergessen werden, dass auch die Maniküre selbst kleine Verletzungen oder Schnitte verursachen kann. Während der Schwangerschaft können sich solche Hautverletzungen unter Umständen schneller infizieren.
Welchen Nagellack kann man während der Schwangerschaft verwenden?
Während der Schwangerschaft wird dringend empfohlen, Nagellacke mit reizenden Inhaltsstoffen, Phthalaten oder endokrinen Disruptoren zu vermeiden. Auch Nagellacke, die schädliche Lösungsmittel wie Formaldehyd, Toluol oder Dibutylphthalat (DBP) enthalten, sollten nicht verwendet werden. Diese Stoffe sind in der Europäischen Union mittlerweile verboten.
Der Grund dafür ist, dass Nagelplatte und Haut durchlässig sind. Bestimmte chemische Substanzen können aufgenommen werden, in den Blutkreislauf gelangen und anschließend die Plazenta erreichen.
Auch Nagellacke mit starken Lösungsmitteldämpfen sollten möglichst vermieden werden, insbesondere in geschlossenen Räumen, da sie Reizungen sowie Übelkeit, Kopfschmerzen oder Schwindel verursachen können.
Umgekehrt gibt es Nagellacke, die für Schwangere und Stillende geeignet sind. Dazu gehört beispielsweise unsere Color Strong-Nagellackserie, die mit der Schwangerschaft kompatibel ist.
Angereichert mit Keratin, Biotin und Silizium stärkt sie weiche oder brüchige Nägel und verleiht ihnen neuen Glanz. Gleichzeitig bietet sie eine Auswahl an modernen, leuchtenden Farbtönen.
Sie kann mit unserem Extra Milden acetonfreien Nagellackentferner kombiniert werden, der die Qualität von Nägeln und Haut schont. Während der Schwangerschaft oder Stillzeit sollte die Anwendung jedoch nur nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt erfolgen.
Es ist zu beachten, dass sogenannte „natürliche“ Nagellacke zwar ein naheliegender Reflex sein können, wenn man ein Kind erwartet, es jedoch heute keinen Nagellack gibt, der zu 100 % aus natürlichen Inhaltsstoffen besteht. Außerdem ergibt die Gegenüberstellung von „chemischen“ und „natürlichen“ Nagellacken wenig Sinn, da in der Natur alles Chemie ist.
Wie pflegt man seine Nägel während der Schwangerschaft?
Die durch die Schwangerschaft ausgelösten hormonellen Veränderungen können die Nagelqualität beeinflussen, sodass die Nägel bei manchen Personen weicher und/oder brüchiger werden.
Daher sollten Sie zusätzlich zu einem geeigneten Nagellack und einem acetonfreien Nagellackentferner Folgendes beachten:
- die Nägel regelmäßig feilen, um ein Einreißen zu vermeiden
- sich ausgewogen und gesund ernähren
- Nahrungsergänzungsmittel nur nach ärztlicher Verschreibung einnehmen
- die Nagelhaut mit einem Nagelserum pflegen
- die Hände mit einer Creme mit Sheabutter pflegen
- beim Abwasch oder bei der Hausarbeit Handschuhe tragen
- die Lackierungen zeitlich auseinanderziehen, um den Nägeln Pausen zu geben
