Fußpilz

Fußpilz: Können Hausmittel und natürliche Heilmittel helfen?

13.03.2026

4 min Lesung

Wissenschaftliche Validierung
Tiffanie Noel
Podologe PODERM®
Gros plan sur une personne étirant deux orteils laissant apparaître une mycose avec desquamation

Weißer Essig, Natron, ätherische oder pflanzliche Öle … Immer wieder hört und liest man von natürlichen Heilmitteln und Hausmitteln zur vermeintlichen „Behandlung“ von Fußpilz.

Aber: Sind diese Alternativen tatsächlich wirksam – und kann man sie überhaupt ohne Bedenken auf die Haut auftragen? Hier finden Sie die professionelle Einschätzung des Podologenteams von PODERM®.

Fußpilz erkennen

Fußpilz lässt sich in der Regel leicht identifizieren. Bei Erwachsenen tritt die Pilzinfektion an den Füßen recht häufig auf, während Kinder weitaus seltener davon betroffen sind. Erkennbar ist Fußpilz durch das Auftreten von Rötungen, Schuppenbildung und mit Flüssigkeit gefüllten Blasen, die zunächst zwischen den Zehen und bei schwereren Fällen auch an der Fußsohle und/oder Ferse auftreten.

Wenn sich der Pilz (meist Trichophyton) ausbreitet, kann neben dem Fußpilz auch eine Nagelpilzinfektion (auch Onychomykose genannt) auftreten.

Wie kann man Fußpilz auf natürliche Weise behandeln?

Im Internet stößt man auf zahlreiche Hausmittel und natürliche Heilmittel, die eine mehr oder weniger schnelle Abhilfe gegen Fußpilz versprechen. Ihre tatsächliche Wirksamkeit zur Behandlung des Pilzes konnte jedoch bislang nicht nachgewiesen werden. In manchen Fällen kann die Anwendung sogar schädliche Folgen haben (Reizungen, Verbrennungen, Infektion benachbarter Hautbereiche).

Einige dieser natürlichen Alternativen eignen sich zudem nur für leichte Formen von Fußpilz im Anfangsstadium.

Die wirksamste und sicherste Methode, um den Pilz loszuwerden und zu verhindern, dass er sich auf weitere Zehen oder sogar auf die Nägel ausbreitet, ist und bleibt die Behandlung durch eine medizinische Fachkraft (Apotheker:in, Hausarzt/Hausärztin, Podolog:in).

Bis zu Ihrem Termin können Sie die Haut mit unserem Spray gegen Fußgeruch reinigen, um die Schweißbildung zu regulieren und den unangenehmen Geruch zu neutralisieren.

Eignet sich Essig für die Behandlung von Fußpilz?

Sowohl weißer Essig als auch Apfelessig verfügen über einen sauren pH-Wert. Weil die für die Infektion verantwortlichen Pilze das saure Milieu nicht mögen, wird Essig häufig als natürliche Lösung zur Behandlung von Fußpilz empfohlen.

Immer wieder kommt Essig auch in Kombination mit Natron (Natriumhydrogencarbonat) zum Einsatz, um so eine angeblich wirksamere Wirkung zu erzielen. Tatsächlich hebt diese vermeintliche „Synergie“ die Wirkung beider Wirkstoffe jedoch auf und kann ein reizendes Gas hervorrufen.

Für die Fußpilzbehandlung mit Essig sollte man zweimal täglich ein Fußbad nehmen. Dazu werden ein Glas weißer Essig oder Apfelessig mit Wasser vermengt und die Füße 15 Minuten lang darin eingeweicht, bevor man sie gut abtrocknet.

Alternativ kann der reine Essig mit einem getränkten Wattestäbchen direkt auf die betroffene Stelle und insbesondere zwischen den Zehen aufgetragen werden. Danach werden die Füße gründlich abgetrocknet und der Vorgang so oft wie nötig wiederholt, bis die Pilzinfektion verschwunden ist.

Unsere Einschätzung zu Essig gegen Fußpilz: Die Wirksamkeit von weißem Essig oder Apfelessig zur Behandlung von Fußpilz ist nicht wissenschaftlich erwiesen. Insbesondere bei Rissen zwischen den Zehen kann diese Methode zudem zu Reizungen oder Verbrennungen führen.

Darüber hinaus erfordert das Essigbad über mehrere Wochen hinweg eine tägliche Anwendung. So muss viel Zeit investiert werden, um letztlich ein überaus ungewisses Ergebnis zu erzielen.

Für eine vollständige und schnellere Heilung der Pilzinfektion empfehlen wir Folgendes:

  • Gehen Sie in die Apotheke, sobald Sie eine beginnende Pilzinfektion feststellen, und fragen Sie nach einem rezeptfreien Mittel gegen Fußpilz (Creme, Puder, Gel etc.).
  • Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Hausarzt/Ihrer Hausärztin oder Podolog:in, um ein geeignetes verschreibungspflichtiges Medikament zu erhalten. Dies ist insbesondere dann erforderlich, wenn Sie sich nicht sicher sind, ob es sich um eine Pilzinfektion handelt, wenn keine Besserung eintritt oder Sie bestehende Vorerkrankungen haben (Immunschwäche, Diabetes etc.).
Gros plan sur du vinaigre de cidre versé dans une cuillère à soupe

Natron (Natriummhydrogencarbonat) Gegen Fusspilz

Natriumhydrogencarbonat (umgangssprachlich auch Natron genannt) verfügt über antimykotische, antimikrobielle und desodorierende Eigenschaften. Durch seinen Einfluss auf den pH-Wert verlangsamt es das Wachstum der für die Mykose verantwortlichen Pilze und beseitigt gleichzeitig die durch die Infektion entstehende Feuchtigkeit.

Natron präsentiert sich in Form eines feinen weißen Pulvers und ist ein vielseitig anwendbares Hausmittel. Mitunter wird es auch unter den Socken pur auf die Füße gestreut, um die Feuchtigkeit zu absorbieren und im Laufe des Tages entstehende Gerüche zu reduzieren.

Im Rahmen der Fußpilzbehandlung sollte man täglich ein 15-minütiges Fußbad mit 4 Esslöffeln Natron pro 1 Liter lauwarmem Wasser nehmen. Anschließend sollten die Füße gut abgetrocknet werden, insbesondere zwischen den Zehen.

Unsere Einschätzung zu Natron gegen Fußpilz: Ähnlich wie beim Essig sind Natron-Fußbäder zeitaufwändig und führen nur zu einer langsamen – und keinesfalls garantierten! – Heilung der harmlosesten Pilzinfektionen.

Auch hier verlangsamt die Anwendung dieses natürlichen „Heilmittels“ die erfolgreiche Behandlung der Pilzinfektion und erhöht das Risiko einer Ausbreitung auf weitere Bereiche des Fußes.

Personne trempant ses pieds dans une bassine et ajoutant une cuillère à soupe de bicarbonate de sodium

Fusspilz-Behandlung Mit Ätherischen Ölen

Ätherischen Ölen werden zahlreiche gesundheitsfördernde Eigenschaften nachgesagt. So ist es wenig überraschend, dass sie auch zur Behandlung von Fußpilz Anwendung finden.

Zu den beliebtesten ätherischen Ölen gehört Teebaumöl, das gegen Infektionen und Pilze wirken, Juckreiz lindern und die Heilung unterstützen soll.

Auch wenn mitunter dazu geraten wird, einige Tropfen direkt auf die Haut aufzutragen, empfehlen wir Ihnen dringend, ätherische Öle vor der Anwendung mit einem neutralen Pflanzenöl zu mischen. Informieren Sie sich außerdem vorab über die richtige Dosierung, um Juckreiz oder Brennen zu vermeiden.

Unsere Einschätzung zu ätherischen Ölen gegen Fußpilz: Bei falscher Dosierung und unverdünnter Anwendung können ätherische Öle erwiesenermaßen toxisch wirken.

Deshalb ist von ihrer Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern abzusehen. Des Weiteren sollte vor der Verwendung in unverdünnter Form stets ein Allergietest durchgeführt werden (mindestens 24 Stunden im Voraus). Bestimmte ätherische Öle dürfen zudem unter keinen Umständen direkt auf die Haut aufgetragen werden (darunter Lavendel-, Nelken- und Zimtöl).

Pflanzliche Öle Zur Behandlung Von Fusspilz

Auch pflanzliche Öle wie Rizinusöl, Schwarzkümmelöl oder Kokosöl werden mitunter pur oder in Kombination mit ätherischen Ölen zur Behandlung von Fußpilz eingesetzt.

Mit ihren antimykotischen, antimikrobiellen und schützenden Eigenschaften bieten sie zahlreiche wohltuende Vorteile für empfindliche Haut. In Reinform werden sie in der Regel durch Einmassieren auf die zu behandelnde Stelle aufgetragen, bis sie in die Haut eingezogen sind.

Unsere Einschätzung zu pflanzlichen Ölen gegen Fußpilz: Pflanzliche Öle (darunter auch Sheabutter) können die Haut zwar pflegen und geschmeidig machen, erweisen sich zur Behandlung von Fußpilz jedoch als unwirksam.

Fussbad Mit Grobem Salz Oder Meerwasser Bei Fusspilz

Obwohl keinerlei Nachweise für deren Wirksamkeit vorliegen, werden mitunter auch Fußbäder mit grobem Salz, Bittersalz (Magnesiumsulfat) oder Meerwasser zur Behandlung von Fußpilz empfohlen. So werden diesen Mitteln vermeintlich beruhigende oder sogar pilzfeindliche Eigenschaften zugeschrieben.

Darüber hinaus kommen die Salze auch für ihre Peelingwirkung zum Einsatz. Wir raten jedoch dringend davon ab, die von Fußpilz befallene Haut zu peelen, da dies zu Wunden führen oder bestehende Läsionen weiter vergrößern kann.

Neben diesen relativ weit verbreiteten Hausmitteln zur Behandlung von Fußpilz gibt es noch viele weitere – darunter Knoblauch, Tigerbalsam, Wasserstoffperoxid und Honig.

Auch wenn die Faszination für „Naturprodukte“ und das Misstrauen gegenüber chemischen Mitteln bisweilen berechtigte Gründe haben mögen: Nicht alles, was aus der Natur stammt, ist auch automatisch risikofrei – und tatsächlich handelt es sich auch hierbei um nichts weiter als Chemie.